Wir verwenden Cookies,
um unsere Website zu optimieren.

Microgrid

←  Zurück zum Lexikon
tl;dr

Ein Microgrid ist ein lokales Energiesystem, das Erzeugung, Verbrauch und Speicher koordiniert. Meist ist es netzgekoppelt und kann bei Bedarf zeitweilig oder teilweise im Inselbetrieb laufen.

Ein Microgrid ist ein lokales Energiesystem, das Erzeugung (z. B. Photovoltaik), Verbrauch und Speicher (z. B. Batteriespeicher) gemeinsam steuert. In der Industrie ist ein Microgrid meist netzkoppelt: Der Standort bleibt an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, nutzt aber lokale Erzeugung und Speicher zur Optimierung. Ein vollständiger Inselbetrieb für ein ganzes Werk ist wegen hoher Lasten und Verfügbarkeitsanforderungen häufig nicht wirtschaftlich oder nur für kurze Zeit realistisch. Praktisch sind daher eher teilweise oder zeitlich begrenzte Inselbetriebs-Varianten, zum Beispiel zur Absicherung kritischer Verbraucher bei Störungen.

Wichtig ist: Ein industrielles Microgrid ist nicht nur „Technik vor Ort“. Es ist häufig auch mit Strommärkten gekoppelt – zum Beispiel über Handel, Direktvermarktung oder flexible Beschaffung. Die Herausforderung ist, die lokale Steuerung (Erzeugung, Speicher, Lasten) und Optimierung mit Stromeinkauf und Vermarktung zu harmonisieren: Was physisch am Standort passiert, muss zu Fahrplänen, Bilanzkreisführung und Marktpositionen passen. Das erfordert saubere Daten, klare Regeln und automatisierte Abstimmung zwischen Betrieb und Markt.

Beispiel: Ein Werk optimiert seinen Batteriespeicher lokal für Lastspitzen, muss aber gleichzeitig sicherstellen, dass die Fahrpläne und die Vermarktung von Überschüssen nicht in die Quere schießen.

Bezug zu verwandten Themen:

  • Batteriespeicher: zentrale Komponente zur Stabilisierung und Eigenverbrauchsoptimierung; puffern Schwankungen und unterstützen Spitzenlastreduktion.
  • Lastmanagement: steuert Verbraucher im Microgrid, um Lastspitzen zu vermeiden und Energie gezielt zu nutzen.
  • KI-Controller: automatisiert die Koordination von Erzeugung, Speicher und Lasten innerhalb sicherer Grenzen.
  • Direktvermarktung: koppelt lokale Erzeugung an den Markt und erfordert Abstimmung mit dem Betrieb.
  • Bilanzkreis: Marktanbindung und Fahrpläne müssen bilanziell korrekt geführt werden.