Portfoliomanagement
Definition & Kontext
Portfoliomanagement im Energiesektor bedeutet, alle energiewirtschaftlichen Positionen eines Unternehmens gemeinsam zu planen und zu steuern. Dazu gehören Strombeschaffung (Spotmarkt und Terminmarkt), Eigenerzeugung (z. B. Photovoltaik, Kraft-Wärme-Kopplung), Speicher, flexible Verbraucher sowie Verträge wie Power Purchase Agreements (PPA). Ziel ist, Kosten zu optimieren, Risiken zu begrenzen und die Versorgung zuverlässig abzusichern.
Ein Kernpunkt ist die Abstimmung von Planwerten und Realwerten. Unternehmen erstellen Prognosen für Verbrauch und Erzeugung und leiten daraus Einkaufs- und Einsatzpläne ab. Wenn sich Wetter, Produktion oder Preise ändern, wird das Portfolio angepasst, zum Beispiel durch Intraday-Handel, durch Steuerung von Speichern oder durch Anpassung von Fahrplänen. So werden Bilanzkreisabweichungen und teure Ausgleichsenergie reduziert.
Portfoliomanagement verbindet damit drei Ebenen:
- Strategie (z. B. Absicherungsgrad, Tranchenbeschaffung, Vertragsmix),
- Operative Optimierung (Day-Ahead und Intraday, Einsatz von Flexibilität),
- Risikokontrolle (Preis-, Mengen- und Ausfallrisiken).
Beispiel: Ein Werk mit Photovoltaik und Batteriespeicher kauft einen Teil des Bedarfs langfristig am Terminmarkt ein und optimiert den Rest kurzfristig über Intraday-Handel, um Prognosefehler auszugleichen.
Bezug zu verwandten Themen
- Risikomanagement: Portfoliomanagement setzt Risikorahmen um und überwacht Preis- und Mengenrisiken.
- Bilanzkreis: Portfolio-Entscheidungen müssen bilanziell passen; Abweichungen führen zu Ausgleichsenergie.
- Terminmarkt: zentrale Ebene für Strukturierung und Absicherung (z. B. Base-/Peak-Produkte).
- Intraday-Handel: wichtig für kurzfristige Anpassungen bei Prognoseänderungen und Störungen.
- Hedging: Werkzeugkasten zur Preisabsicherung innerhalb der Portfolio-Strategie.