EU-Emissionshandel (EU ETS)
Definition & Kontext
Der EU-Emissionshandel (EU ETS) ist ein europäisches Klimaschutzinstrument. Er legt fest, dass bestimmte Branchen für ausgestoßenes Kohlendioxid (CO₂) Emissionszertifikate vorweisen müssen. Ein Zertifikat erlaubt in der Regel die Emission von einer Tonne CO₂. Diese Zertifikate werden gehandelt. Dadurch entsteht ein CO₂-Preis.
Für Unternehmen ist der EU ETS auf zwei Arten wichtig:
- Direkt: Betriebe, die unter den EU ETS fallen, müssen ihre Emissionen erfassen und Zertifikate abgeben. Das macht CO₂ zu einem Kostenfaktor in der Produktion.
- Indirekt über Strompreise: Auch wenn ein Betrieb selbst nicht im EU ETS ist, kann er betroffen sein. Denn Kraftwerke, die fossile Brennstoffe einsetzen, kalkulieren CO₂-Kosten in ihre Erzeugungskosten ein. Das kann den Strompreis am Markt beeinflussen, besonders in Stunden, in denen fossile Kraftwerke den Preis setzen (Merit Order).
Flexibilität hilft, CO₂-Kostenrisiken zu managen, weil Prozesse und Strombezug stärker an Preis- und Emissionssignale angepasst werden können.
Beispiel: Steigt der Preis für Emissionszertifikate, verteuert sich häufig die Stromerzeugung aus Gas oder Kohle, was sich auf Marktpreise auswirken kann.
Bezug zu verwandten Themen
- CO₂-Kosten: betriebliche Kostenwirkung aus CO₂-Preis und Emissionen.
- Merit Order (Strompreise): CO₂-Kosten erhöhen Grenzkosten fossiler Kraftwerke und können Preise verschieben.
- Terminmarkt: CO₂- und Strompreise werden oft langfristig abgesichert und geplant.
- Risikomanagement: CO₂-Preis ist ein zusätzlicher Kostentreiber und Risiko-Faktor.
- Power-to-X: Elektrifizierung kann CO₂-Kosten senken oder verlagern, je nach Strombezug und Einsatzfall.