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OTC-Handel

Synonym(e):
Over-the-Counter (OTC) · bilateraler Handel

tl;dr

OTC-Handel ist bilateraler Energiehandel außerhalb der Börse. Verträge werden direkt oder über Broker vereinbart.

Definition & Kontext

OTC-Handel (Over-the-Counter, OTC) bezeichnet den Handel mit Energieprodukten wie Strom, Gas oder Emissionsrechten außerhalb einer Börse. Zwei Parteien schließen dabei einen Vertrag direkt miteinander oder über einen Broker. OTC-Geschäfte sind oft maßgeschneidert, zum Beispiel bei Laufzeit, Lieferprofil, Mengen, Preisformel oder Zusatzklauseln.

Der Vorteil ist die hohe Flexibilität. Der Nachteil ist, dass der Handel weniger transparent ist als an der Börse. Außerdem trägt man ein Gegenparteirisiko: Wenn eine Seite ausfällt, kann das wirtschaftliche Schäden verursachen. Deshalb spielen Bonitätsprüfung, Sicherheiten (z. B. Margins) und klare Vertragsregeln eine große Rolle.

Im Strommarkt wird OTC häufig genutzt, um Preisrisiken im Terminbereich abzusichern oder spezielle Lieferprofile zu vereinbaren, die es als Standardprodukt an der Börse so nicht gibt.Beispiel: Ein Industriebetrieb vereinbart mit einem Händler OTC einen Fixpreis für einen Teil seines Strombedarfs für das nächste Jahr, um Budgets planbarer zu machen.

Bezug zu verwandten Themen

  • Energiebörse (EEX): Börsenhandel ist der standardisierte Gegenpol zu OTC; OTC ergänzt ihn um individuelle Verträge.
  • Spotmarkt (EPEX Spot): OTC kann Spotmarktpreise referenzieren oder Spot-Positionen ergänzen, ist aber kein Börsenhandel.
  • Terminmarkt: Viele OTC-Geschäfte entsprechen funktional Termingeschäften mit individueller Ausgestaltung.
  • Hedging: OTC wird genutzt, um Preisrisiken mit passenden Vertragsformen abzusichern.
  • Power Purchase Agreement (PPA): PPAs sind bilaterale Verträge und stehen inhaltlich nahe am OTC-Prinzip, auch wenn sie oft projektspezifisch sind.