Dispatch & Redispatch 2.0
Definition & Kontext
Dispatch ist die geplante Einsatzsteuerung von Erzeugung und Flexibilitäten: Wer produziert wann wie viel Strom (oder reduziert Verbrauch) – meist auf Basis von Marktpreisen und technischen Grenzen.
Redispatch sind Eingriffe der Netzbetreiber, wenn diese Planung zu Netzengpässen führen würde. Dann werden Anlagen angewiesen, ihre Einspeisung zu erhöhen oder zu verringern, damit Leitungen nicht überlastet werden und das Netz stabil bleibt.
Redispatch 2.0 erweitert dieses Engpassmanagement in Deutschland. Es betrifft grundsätzlich Erzeugungs- und Speicheranlagen ab 100 Kilowatt (kW). Dazu zählen ausdrücklich auch Anlagen mit erneuerbaren Energien sowie Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Nachrangig können auch Anlagen unter 100 kW einbezogen werden, wenn sie jederzeit durch den Netzbetreiber fernsteuerbar sind.
Beteiligt sind Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) und Verteilnetzbetreiber (VNB), und Redispatch wirkt sich auf Fahrpläne und Bilanzierung aus.Beispiel: Ein Industriebetrieb mit KWK-Anlage wird vom VNB angewiesen, die Einspeisung kurzfristig zu senken, um einen lokalen Engpass zu vermeiden.
Bezug zu verwandten Themen
- Fahrplan: Redispatch ändert geplante Einspeise-/Entnahmemengen und damit Fahrpläne.
- Bilanzkreis: Änderungen müssen bilanziell ausgeglichen werden; Abweichungen können Kosten auslösen.
- Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB): koordiniert Engpassmanagement systemweit.
- Verteilnetzbetreiber (VNB): setzt Maßnahmen im Verteilnetz um und bindet dezentrale Anlagen ein.
- Ausfallvergütung: bei Abregelung kann eine Entschädigung für entgangene Erlöse relevant werden (je nach Regelwerk/Anlagenart).