Sektorenkopplung
Definition & Kontext
Sektorenkopplung bedeutet: Strom wird nicht nur „im Stromsektor“ genutzt, sondern auch für Wärme (z. B. Wärmepumpe, Elektrodenkessel) oder Mobilität (z. B. Laden von E-Fahrzeugen). So kann erneuerbarer Strom fossile Energieträger ersetzen.Für Industrie ist der zweite Effekt oft genauso wichtig: Sektorenkopplung schafft Flexibilität. Wenn Wärme- oder Ladeprozesse zeitlich steuerbar sind, kann ein Standort Strom dann nutzen, wenn er günstig ist oder wenn viel erneuerbare Erzeugung im System ist. Das senkt häufig auch CO₂-Kosten indirekt, weil weniger fossile Energie eingesetzt wird (und CO₂-Preissignale stärker wirken).
Beispiel: Ein Betrieb produziert Prozesswärme teilweise elektrisch und verschiebt die Laufzeit in Stunden mit niedrigen Strompreisen.
Bezug zu verwandten Themen
- Power-to-X: Power-to-X ist eine technische Umsetzung von Sektorenkopplung (z. B. Power-to-Heat).
- Flexibilität: Sektorenkopplung schafft zusätzliche steuerbare Lasten und Speicherpfade.
- Lastverschiebung: Viele Sektorenkopplungs-Anwendungen sind gut verschiebbar.
- Batteriespeicher: Speicher ergänzt Sektorenkopplung, um Lasten und Erzeugung zu entkoppeln.
- Risikomanagement: Flexibilisierte Energiepfade reduzieren Preis- und Versorgungsrisiken.