Terminmarkt
Definition & Kontext
Der Terminmarkt bezeichnet den Handel mit Stromlieferverträgen für einen zukünftigen Zeitraum. Preis und Lieferzeitraum werden bereits heute vereinbart, die physische Lieferung oder die finanzielle Abrechnung erfolgt später. Unternehmen nutzen den Terminmarkt, um Preisrisiken zu reduzieren und Kosten planbarer zu machen, zum Beispiel Monate oder Jahre im Voraus.
Im Unterschied zum Spotmarkt geht es nicht um kurzfristige Lieferung „morgen“ oder „heute“, sondern um längerfristige Zeiträume (z. B. Monat, Quartal, Jahr). Terminprodukte sind oft standardisiert, etwa als Base- oder Peak-Kontrakte. Je nach Vertrag kann es um eine physische Lieferung gehen oder um eine finanzielle Absicherung, die Preisänderungen ausgleicht.Flexibilität reduziert die Notwendigkeit, jede kWh langfristig festzupreisen, weil operative Steuerung Restmengenrisiken im Kurzfristmarkt auffangen kann.
Beispiel: Ein Industriebetrieb sichert einen Teil seines erwarteten Strombedarfs für das nächste Kalenderjahr über einen Jahreskontrakt ab und kauft den Rest später nach.
Bezug zu verwandten Themen
- Hedging: Der Terminmarkt ist ein zentrales Instrument, um Strompreisrisiken abzusichern.
- Tranchenbeschaffung: Strommengen werden gestaffelt über die Zeit eingekauft, um Timing-Risiken zu streuen.
- Lastprofil: Grundlast und Spitzenlast: Base- und Peak-Kontrakte bilden unterschiedliche Lastanteile ab.
- Spotmarkt: Referenz für kurzfristige Preise; Terminmarkt dient der längerfristigen Absicherung gegenüber Spot-Volatilität.
- Power Purchase Agreement (PPA): Ähnlicher Zweck (Planbarkeit), aber PPA ist ein individueller bilateraler Vertrag statt eines Marktstandards.