Fahrplan
Definition & Kontext
Ein Fahrplan ist eine verbindliche Zeitreihe geplanter Einspeise- oder Entnahmemengen. Er legt fest, wie viel Energie in jedem Zeitintervall (häufig 15 Minuten) geliefert oder verbraucht werden soll. Fahrpläne sind wichtig, damit Erzeugung und Verbrauch im Stromsystem planbar bleiben und Bilanzkreise korrekt geführt werden.
Fahrpläne werden von Marktteilnehmern wie Lieferanten, Direktvermarktern oder Bilanzkreisverantwortlichen an die zuständigen Stellen im System gemeldet. Weichen die tatsächlichen Mengen vom Fahrplan ab, entstehen Bilanzkreisabweichungen – daraus können Kosten für Ausgleichsenergie entstehen.Flexibilität ist nötig, um Fahrpläne einzuhalten oder Abweichungen schnell zu korrigieren (z. B. durch Speicher), wodurch Kosten und Bilanzkreisrisiken sinken.
Beispiel: Wenn eine Windprognose schlechter ausfällt als geplant, muss der Fahrplan kurzfristig angepasst werden, um Kosten zu vermeiden.
Bezug zu verwandten Themen
- Bilanzkreis: Fahrpläne sind die Planbasis im Bilanzkreis.
- Ausgleichsenergie: entsteht bei Abweichungen zwischen Fahrplan und Ist-Wert.
- Intraday-Handel: dient oft dazu, Fahrpläne kurzfristig zu korrigieren.
- Direktvermarktung: benötigt Prognosen und Fahrpläne für die Vermarktung.
- Day-Ahead-Handel: liefert die Grundposition, die später in Fahrpläne einfließt.