Intraday-Handel
Definition & Kontext
Intraday-Handel ist der kurzfristige Handel von Stromlieferungen nach dem Day-Ahead-Handel. Er dient dazu, geplante Mengen bis kurz vor der physischen Lieferung zu korrigieren. Marktteilnehmer passen ihre Positionen an, wenn sich neue Informationen ergeben – zum Beispiel durch geänderte Wetter- und Lastprognosen, ungeplante Anlagenausfälle oder eine abweichende Nachfrage.
Durch Intraday-Handel können Fahrpläne präziser gemacht werden. Das reduziert Bilanzkreisabweichungen und kann Kosten für Ausgleichsenergie senken. Weil Entscheidungen oft schnell getroffen werden müssen, werden Intraday-Strategien in der Praxis häufig automatisiert umgesetzt, etwa durch Handelsalgorithmen.
Beispiel: Eine Fabrik erwartet für den Nachmittag mehr Verbrauch als geplant und kauft die fehlende Strommenge kurzfristig im Intraday-Handel nach.
Bezug zu verwandten Themen
- Spotmarkt / EPEX Spot: Intraday-Handel ist ein Teil des Spotmarkts (kurzfristige physische Lieferung).
- Day-Ahead-Handel: Intraday ergänzt Day-Ahead und korrigiert Positionen nach der Vortagsauktion.
- Fahrplan: Intraday-Transaktionen führen zu Anpassungen der gemeldeten Fahrpläne.
- Ausgleichsenergie: weniger Abweichungen bedeuten oft geringere Ausgleichsenergiekosten.
- Algo Trading: schnelle Intraday-Entscheidungen werden häufig automatisiert umgesetzt.