Day-Ahead-Handel
Definition & Kontext
Day-Ahead-Handel ist der Stromhandel für die Lieferung am nächsten Tag. Marktteilnehmer geben Gebote für einzelne Zeitintervalle ab. Im gekoppelten europäischen Day-Ahead-Markt (SDAC) werden Produkte in 15-Minuten-Marktzeiteinheiten (MTU) gehandelt; dadurch werden Day-Ahead-Preise auch in Deutschland viertelstündlich gebildet (Go-live: Trading Day 30.09.2025 für Lieferdatum 01.10.2025).
Der Day-Ahead-Markt ist in der Regel eine Auktion: Es gibt einen festen Zeitpunkt, zu dem die Gebote geschlossen werden, und kurz danach stehen die Ergebnisse fest. Day-Ahead setzt die Grundposition bzw. Fahrpläne für Erzeugung und Verbrauch. Flexibilität wird anschließend über Intraday-Handel und Dispatch genutzt, um Abweichungen zu minimieren. Flexibilitäten machen Fahrpläne „robust", weil sie Prognosefehler abfangen.
Beispiel: Ein Industriebetrieb kauft seinen Grundbedarf für morgen im Day-Ahead als Fahrplan. Weicht die Produktion am Liefertag ab, gleicht er über Intraday nach und nutzt Flexibilität (z. B. Speicher/verschiebbare Lasten), um Abweichungen zu minimieren.
Bezug zu verwandten Themen
- Fahrplan: Day-Ahead-Positionen fließen in Fahrplanmeldungen ein.
- Intraday-Handel: dient zur Korrektur nach neuen Prognosen.
- Bilanzkreis: hilft, geplante Mengen bilanziell auszugleichen.