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Netzanschluss

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tl;dr

Der Netzanschluss ist die physische und vertragliche Anbindung eines Standorts an das Stromnetz und begrenzt, wie viel Leistung bezogen oder eingespeist werden kann.

Der Netzanschluss ist die physische Verbindung zwischen einer Erzeugungs- oder Verbrauchsanlage und dem Stromnetz. Er definiert den Netzanschlusspunkt und die technischen sowie vertraglichen Rahmenbedingungen für den Betrieb. Dazu gehört häufig eine maximale Anschlussleistung, also wie viel Leistung ein Standort gleichzeitig aus dem Netz beziehen oder ins Netz einspeisen darf. Der Netzanschluss unterliegt technischen, sicherheitsrelevanten und regulatorischen Vorgaben des zuständigen Netzbetreibers.

Für Industrie und Prosumern ist wichtig: Der Netzanschluss ist oft ein Engpass. Ein Batteriespeicher kann den Netzanschluss nicht „physisch größer machen“, aber er kann kurzfristige Leistungsspitzen am Anschlusspunkt puffern. Das heißt: Der Speicher lädt in Zeiten niedriger Netzlast und liefert in Spitzenzeiten zusätzliche Leistung. Dadurch wird die Anschlussleistung kurzfristig entlastet. Für lange Zeiträume ersetzt ein Speicher jedoch keine dauerhaft fehlende Energie.

Rund um den Netzanschluss ist auch die Einordnung wichtig, ob Anlagen hinter dem Zähler (Behind-the-Meter, BTM) oder vor dem Zähler (Front-of-the-Meter, FTM) betrieben werden. Hinter dem Zähler stehen Eigenverbrauch und Betriebsoptimierung im Vordergrund. Vor dem Zähler geht es typischerweise um Einspeisung, Vermarktung und netzseitige Anforderungen.

Umgekehrt kann ein Speicher auch Einspeisespitzen aufnehmen, wenn eine Anlage sonst am Netzanschluss begrenzt wäre. Das kann Abregelungen reduzieren oder verschieben, ersetzt aber keinen Netzausbau, wenn dauerhaft mehr Kapazität benötigt wird.

Beispiel: Ein Werk will zusätzliche Ladepunkte betreiben, stößt aber an die Anschlussleistungsgrenze. Ein Batteriespeicher deckt kurze Spitzen ab, ohne dass der Netzanschluss sofort verstärkt werden muss.

Bezug zu verwandten Themen:

  • Batteriespeicher: puffern Leistungsspitzen am Netzanschlusspunkt und entlasten so die Anschlussleistung.
  • Peak Shaving: zielt darauf ab, Spitzen am Netzanschluss zu kappen.
  • Netzentgelte: hängen u. a. von Leistung und Netznutzung ab und sind ein zentraler Kostenblock.
  • Behind-the-Meter (BTM): Anlagen auf Kundenseite des Zählers; Fokus auf Eigenverbrauch und Standortoptimierung.
  • Front-of-the-Meter (FTM): Anlagen netzseitig; Fokus auf Einspeisung, Marktintegration und Netzanforderungen.