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Regel- & Preiszonen

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Regel- und Preiszonen beschreiben, wo im Stromsystem Bilanzierung, Systemführung und Preisbildung stattfinden – sie legen fest, in welchem Gebiet Flexibilität bilanziell wirkt und zu welchem Marktpreis abgerechnet wird.

Regelzonen sind Gebiete, für die ein Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) die Systemverantwortung trägt. Innerhalb einer Regelzone werden Bilanzkreise geführt, Ausgleichsenergie abgerechnet und Regelleistung koordiniert. In Deutschland gibt es vier Regelzonen, jeweils mit eigenem ÜNB (50Hertz, Amprion, TenneT, TransnetBW).

Preis- oder Gebotszonen (Bidding Zones) sind Marktgebiete, in denen an der Strombörse ein einheitlicher Spotpreis gilt – etwa die gemeinsame Preiszone Deutschland/Luxemburg an der EPEX Spot. Zwischen Preiszonen können sich Preise unterscheiden, zum Beispiel bei Netzengpässen oder unterschiedlichen Erzeugungs- und Lastsituationen.

Für Flexibilität ist wichtig:

  • Bilanzielle Wirkung: Ob ein Flex-Einsatz Ausgleichsenergiekosten senkt, wird auf Ebene von Bilanzkreis und Regelzone entschieden.
  • Erlös- und Kostensignale: Die relevanten Spotpreise (z. B. für Arbitrage, Lastverschiebung oder PtH/PtX-Betrieb) kommen aus der zugehörigen Preiszone.
  • Engpässe: Strukturelle Engpässe zwischen Zonen schlagen sich oft in Preisunterschieden nieder – Flex vor Ort hilft dann vorrangig innerhalb der eigenen Zone bzw. am eigenen Anschlusspunkt.

Für Prosumer und Industrie bedeutet das: Man muss genau wissen, in welcher Regel- und Preiszone Standort, Bilanzkreis und Vermarktung liegen, um Flex-Einsätze korrekt zu planen, zu bilanzieren und wirtschaftlich zu bewerten.

Beispiel: Ein Standort in Baden-Württemberg kauft Strom zum Spotpreis der Preiszone Deutschland/Luxemburg an der Strombörse, liegt aber in der Regelzone von TransnetBW. Bilanzierung und Ausgleichsenergieabrechnung erfolgen regelzonenbezogen, auch wenn der Börsenpreis zonenweit einheitlich ist.

Bezug zu verwandten Themen:

  • Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB): betreiben Regelzonen und verantworten Systemführung und Bilanzierung.
  • Bilanzkreis: wird immer innerhalb einer Regelzone geführt; Regel- und Preiszonen bestimmen den Kontext für Abrechnung.
  • Spotmarkt / EPEX Spot: bildet zonale Preise je Preiszone; Grundlage für viele Flex-Use-Cases.
  • Ausgleichsenergie: wird regelzonenbezogen abgerechnet, wenn Bilanzkreise vom Plan abweichen.