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Messkonzept /Zählkonzept

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tl;dr

Ein Messkonzept/Zählkonzept legt fest, wie Stromflüsse gemessen und abgegrenzt werden. Es entscheidet damit, wie Verbrauch, Erzeugung, Eigenverbrauch und Flex-Effekte bilanziell und kostenwirksam zugeordnet werden.

Ein Messkonzept (oder Zählkonzept) beschreibt, wo und wie Zähler im Stromsystem angeordnet sind und welche Energieflüsse darüber erfasst werden. Es definiert die Grenzen zwischen Netz, Eigenverbrauch, Erzeugung, Speicher und weiteren Anlagenteilen: Welche Energie gilt als Netzbezug, welche als Einspeisung, welche als Eigenverbrauch und wie werden Speicherlade- und -entladevorgänge bilanziert?

Für Flexibilität ist das Messkonzept praxisentscheidend: Nur wenn die Messpunkte so angeordnet sind, dass z. B. Peak Shaving, PV-Eigenverbrauch, Power-to-Heat oder Batteriespeicher-Fahrpläne korrekt sichtbar sind, lassen sich Netzentgelte, Umlagen, Steuern und Marktprozesse richtig abrechnen. Ein unpassendes Zählkonzept kann dazu führen, dass Flex-Effekte im Rauschen verschwinden oder doppelt belastet werden – selbst wenn die Technik vor Ort sauber funktioniert.

Beispiel: Ein Werk hat Photovoltaik (PV), Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur. Das Messkonzept trennt Netzbezug, Eigenverbrauch, Speicher-Ladevorgänge und Einspeisung so, dass Peak Shaving und Eigenverbrauch korrekt bilanziert und netzentgelt- sowie umlagenwirksam abgerechnet werden können.

Bezug zu verwandten Themen:

  • Marktlokation & Messlokation: Messkonzepte legen fest, welche Zähler zu welcher Marktlokation gehören und wie Energiemengen zugeordnet werden.
  • Smart Meter / Intelligentes Messsystem: liefern Messdaten gemäß Messkonzept; ohne passendes Konzept helfen auch moderne Zähler nur begrenzt.
  • Behind-the-Meter (BTM): Messkonzepte bestimmen, was als BTM-Eigenverbrauch und was als Netzbezug/Einspeisung erscheint.
  • Bilanzkreis: Nur korrekt abgegrenzte Messwerte lassen sich sauber bilanziell zuordnen und mit Fahrplänen/Flex-Use-Cases abgleichen.