Netz- und Spannungsqualität
Netz- und Spannungsqualität beschreibt, wie „sauber“ Strom am Anschluss ankommt, also ob Spannung und Frequenz innerhalb zulässiger Grenzen liegen.
Netz- und Spannungsqualität (Power Quality) beschreibt, ob die elektrische Versorgung am Anschlusspunkt die erwarteten Eigenschaften erfüllt. Dazu gehören vor allem Spannungshöhe, Frequenz, Symmetrie der Phasen sowie Störungen wie Oberschwingungen (harmonische Verzerrungen), Flicker (Spannungsschwankungen) oder kurze Einbrüche. Schlechte Power Quality kann Anlagen stören, Schutztechnik auslösen oder Komponenten stärker belasten. In Europa wird Spannungsqualität am öffentlichen Netzanschlusspunkt unter anderem über die Norm EN 50160 beschrieben. Für die Industrie wird das Thema wichtiger, wenn viele leistungselektronische Komponenten im Spiel sind, z. B. Wechselrichter, Antriebe oder große Ladeinfrastruktur. Dann lohnt oft eine feinere Messung und Analyse.
Beispiel: Ein Werk misst erhöhte Oberschwingungen und stellt fest, dass ein neuer Umrichter die Spannungsqualität beeinflusst.
Bezug zu verwandten Themen:
- Wechselrichter: Wechselrichter können Power-Quality-Effekte verursachen oder aktiv unterstützen.
- Netzanschluss: Power Quality wird am Anschlusspunkt relevant und kann betriebliche Grenzen setzen.
- Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB): ÜNB (Übertragungsnetzbetreiber) sichern Systemstabilität, u. a. über Frequenzhaltung.
- Stromfrequenz (50 Hz Band): Frequenz ist ein zentraler Power-Quality-Parameter.
- Energiemessgerät: Hochauflösende Messung hilft, Ursachen für Störungen zu finden.