Stromfrequenz (50 Hz)
Die Stromfrequenz zeigt, ob Erzeugung und Verbrauch im Stromnetz im Gleichgewicht sind. In Europa liegt der Zielwert bei 50 Hertz (Hz).
Die Stromfrequenz ist ein zentraler Stabilitätswert im europäischen Stromnetz. Der Sollwert liegt bei 50 Hertz (Hz). Sie zeigt an, ob im Netz gerade genauso viel Strom erzeugt wie verbraucht wird. Ist die Erzeugung zu niedrig, sinkt die Frequenz. Ist die Erzeugung zu hoch, steigt sie. Schon kleine Abweichungen sind ein Warnsignal, weil sie auf ein Ungleichgewicht hinweisen.
Um die Frequenz zu stabilisieren, setzen Netzbetreiber Regelleistung in mehreren Stufen ein. Diese Stufen heißen in Deutschland typischerweise:
- Primärregelleistung (PRL): reagiert sehr schnell auf Frequenzabweichungen.
- Sekundärregelleistung (SRL): gleicht Abweichungen nach der ersten Stabilisierung weiter aus.
- Minutenreserve (MRL): wird für länger anhaltende oder größere Ungleichgewichte eingesetzt.
Für Unternehmen ist die Frequenz vor allem indirekt relevant: Wenn Prognosen, Fahrpläne und reale Mengen nicht zusammenpassen, entstehen Bilanzkreisabweichungen. Diese werden über Ausgleichsenergie bepreist. In Stressphasen können diese Kosten deutlich steigen. Gleichzeitig können flexible Anlagen wie Batteriespeicher oder steuerbare Lasten Regelleistung bereitstellen und so zur Frequenzstabilisierung beitragen.
Beispiel: Ein Batteriespeicher reagiert auf eine Frequenzabweichung und speist für kurze Zeit Leistung ein, um die Netzfrequenz zu stützen.
Bezug zu verwandten Themen:
- Primärregelleistung: sehr schnelle Reaktion auf Frequenzabweichungen.
- Ausgleichsenergie: Kostenmechanik, wenn geplante und tatsächliche Mengen abweichen.
- Bilanzkreis: Ort der Bilanzierung; Abweichungen führen zu Ausgleichsenergiekosten.
- Batteriespeicher: können sehr schnell Leistung bereitstellen und eignen sich für Regelleistung.
- Sekundärregelleistung (SRL): zweite Stufe der Stabilisierung