Messstellenbetreiber (MSB)
Ein MSB ist für Einbau, Betrieb und Wartung von Messsystemen zuständig und stellt Messdaten für Abrechnung, Marktprozesse und Energiemanagement bereit.
Der MSB verantwortet die Ausstattung von Entnahmestellen und Erzeugungsanlagen mit Messsystemen – von konventionellen Zählern bis zu intelligenten Messsystemen (iMSys). Er kümmert sich um Einbau, Betrieb, Wartung und Fernauslesung und stellt sicher, dass Messwerte in der geforderten Qualität und Auflösung den beteiligten Marktrollen (Lieferant, Netzbetreiber, Direktvermarkter, Dienstleister) zur Verfügung stehen. Man unterscheidet in Deutschland typischerweise einen grundzuständigen MSB (oft der lokale Netzbetreiber) und wettbewerbliche MSB. Für Flexibilität ist der MSB wichtig, weil belastbare, zeitlich hinreichend aufgelöste Messdaten die Grundlage für korrekte Abrechnung von Flex-Use-Cases (z. B. Peak Shaving, dynamische Tarife, Direktvermarktung) und für verlässliche Datengrundlagen im Energiemanagement sind.
Beispiel: Ein Stahlverarbeiter wechselt zum wettbewerblichen Messstellenbetreiber (MSB), der ein intelligentes Messsystem installiert und 15-Minuten-Werte bereitstellt. Damit kann der Standort Lastspitzen nachweisen, Flexibilitätsmaßnahmen bewerten und Messdaten sauber an Lieferant, Netzbetreiber und Dienstleister verteilen.
Bezug zu verwandten Themen:
- Smart Meter / Intelligentes Messsystem: zentrale Messinfrastruktur, deren Betrieb oft beim MSB liegt.
- Marktlokation & Messlokation: MSB betreibt die Zähler an Messlokationen und speist Daten in Marktprozesse ein.
- Energiemessgerät: ergänzende Messgeräte im Betrieb; MSB-Daten und interne Messdaten müssen zusammenpassen.
- Energiemanagementsystem (EMS): nutzt Messdaten (u. a. vom MSB), um Verbrauch, Kosten und Flex-Use-Cases zu steuern.