CO₂-Kosten
CO₂-Kosten sind Kosten, die durch einen CO₂-Preis entstehen, entweder direkt über Emissionen oder indirekt über strompreiswirksame Effekte.
CO₂-Kosten entstehen, wenn CO₂-Emissionen einen Preis haben. Für Unternehmen gibt es zwei typische Arten von CO₂-Kosten:
- Direkte CO₂-Kosten: Ein Betrieb verursacht Emissionen, die bepreist werden. Dann hängt die CO₂-Kostenhöhe im Kern davon ab, wie viel CO₂ entsteht und wie hoch der CO₂-Preis ist. Diese Kosten sind für viele CFOs relevant, weil sie die Stückkosten und die Budgetplanung beeinflussen.
- Indirekte CO₂-Kosten über Strompreise: Auch ohne eigene Emissionen können CO₂-Preise wirken. Wenn fossile Kraftwerke CO₂-Kosten tragen, steigen deren Erzeugungskosten. In Stunden, in denen diese Kraftwerke den Strompreis bestimmen, kann der CO₂-Preis den Marktpreis erhöhen. Dadurch werden CO₂-Kosten für Stromverbraucher teilweise zu einem Teil des Strompreisrisikos.
Die Reduktion von CO₂-Kosten ist deshalb ein wichtiger Treiber für Elektrifizierung, Effizienzmaßnahmen und Beschaffungsstrategien. Flexibilität ermöglicht, Verbrauch zeitlich so zu steuern, dass CO₂-intensive Stunden gemieden und Elektrifizierungsstrategien kostenrobuster werden (direkt oder indirekt über Strompreise).
Beispiel: Ein Werk reduziert seine CO₂-Kosten, indem es Prozesswärme mit Power-to-heat schrittweise elektrifiziert und Strom gezielt in günstigen Stunden bezieht.
Bezug zu verwandten Themen:
- EU-Emissionshandel (EU ETS): zentraler Mechanismus, der CO₂-Kosten direkt auslöst.
- Risikomanagement: CO₂-Preise erhöhen Kostenunsicherheit und sollten in Limits und Budgetlogik berücksichtigt werden.
- Hedging: Absicherung kann sich auch auf CO₂-getriebene Preisbestandteile im Strompreis auswirken.
- Merit Order (Strompreise): erklärt, wann CO₂-Kosten den Strompreis besonders stark beeinflussen.
- Power-to-X: kann CO₂-Kosten senken, wenn fossile Energieträger ersetzt werden.