Tranchenbeschaffung
Tranchenbeschaffung ist der schrittweise Einkauf von Strom in mehreren Teilmengen über die Zeit, um Preisrisiken zu streuen und Kosten zu stabilisieren.
Tranchenbeschaffung bezeichnet eine Beschaffungsstrategie, bei der ein Unternehmen Strommengen nicht auf einmal, sondern in mehreren Teilmengen (Tranchen) über einen längeren Zeitraum einkauft. Dadurch wird das Risiko reduziert, „zum falschen Zeitpunkt" den gesamten Bedarf zu einem ungünstigen Preis abzusichern. Ziel ist, Preisschwankungen zu glätten und die Kosten besser planbar zu machen.
Tranchen können nach einem festen Plan erfolgen (z. B. monatlich) oder nach Regeln, die an Preise und Risiken gekoppelt sind (z. B. wenn ein Preisniveau erreicht wird). Häufig werden Tranchen über den Terminmarkt abgesichert, weil dort Preise für zukünftige Lieferzeiträume festgelegt werden können. Tranchenbeschaffung ist damit weniger ein einzelnes Produkt als ein Einkaufsprozess. Flexibilität erlaubt eine feinere Beschaffung in Tranchen, weil ein Teil der Mengen- und Timing-Unsicherheit operativ abgefedert und später/kurzfristiger beschafft werden kann. Beispiel: Ein Betrieb sichert seinen Jahresbedarf in vier Quartalstranchen ab, statt alles an einem Tag zu kaufen.
Bezug zu verwandten Themen:
- Hedging: Tranchenbeschaffung ist eine praktische Form der Preisabsicherung durch verteilte Käufe.
- Terminmarkt: Tranchen werden häufig über Terminprodukte (z. B. Monats-/Quartals-/Jahreskontrakte) umgesetzt.
- Energiebörse (EEX): Viele Standard-Terminprodukte werden über Börsen oder brokerbasierte Märkte gehandelt.
- Portfoliomanagement: Tranchen sind Teil der Gesamtsteuerung von Beschaffung, Verträgen und Risiken.
- Bilanzkreis: Beschaffte Mengen müssen bilanziell korrekt geplant und über Fahrpläne umgesetzt werden.