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RLM / SLP (Lastgangmessung / Standardlastprofil)

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tl;dr

RLM und SLP bestimmen, wie Stromverbräuche gemessen und abgerechnet werden – und damit, wie sichtbar Flexibilität im Lastprofil überhaupt ist.

RLM (registrierende Leistungsmessung) bedeutet, dass der Leistungsbezug eines Anschlusses in kurzen Intervallen (typisch 15 Minuten) gemessen und als Lastgang gespeichert wird. In Deutschland gilt als Faustregel: Ab einem Jahresverbrauch von rund 100.000 kWh wird in der Regel RLM eingesetzt. RLM-Kunden sind damit leistungsgemessen; Leistungsspitzen und ihr Timing wirken direkt auf Netzentgelte und Beschaffung. Flexibilitätsmaßnahmen wie Peak Shaving, Lastverschiebung oder Batteriespeicher sind im Lastgang klar erkennbar und können gezielt bewertet und abgerechnet werden.

SLP (Standardlastprofil) bedeutet dagegen, dass der Verbrauch nicht viertelstündlich gemessen, sondern über ein standardisiertes Lastprofil verteilt wird. Einzelne Flex-Maßnahmen sind darin oft nur eingeschränkt sichtbar, weil die Profilkurve typisiert ist. Für kleinere Verbraucher ist das ausreichend, für Flexibilitätsstrategien in Industrie und größeren Gewerben aber zu grob.

Für Flexibilisierung ist daher entscheidend, ob ein Standort RLM- oder SLP-gemessen wird:

  • RLM macht Lastverläufe und Effekte von Flex-Use-Cases direkt sichtbar – und damit wirtschaftlich auswertbar.
  • SLP „verwässert“ viele kurzfristige Effekte; Flex kann dann zwar technisch wirken, ist aber in der Abrechnung oft nur bedingt nachvollziehbar.

Beispiel: Ein Lebensmittelwerk überschreitet 100.000 kWh Jahresverbrauch und wird auf registrierende Leistungsmessung (RLM) umgestellt. Die 15-Minuten-Messung zeigt jeden Morgen hohe Anfahrtspeaks; das Werk setzt Batteriespeicher und Lastverschiebung ein, um den Leistungspreis zu reduzieren.

Bezug zu verwandten Themen:

  • Lastprofil: Grundlast und Spitzenlast: RLM bildet das reale Lastprofil ab; bei SLP wird mit typisierten Profilen gearbeitet.
  • Smart Meter / Intelligentes Messsystem: iMSys können RLM-Lastgänge oder feinere Messdaten liefern und SLP-Logik perspektivisch ablösen.
  • Marktlokation & Messlokation: RLM/SLP legen fest, welche Daten an einer MaLo/MeLo für Abrechnung und Bilanzierung genutzt werden.
  • Netzentgelte: Bei leistungsgemessenen RLM-Kunden wirken Flex-Maßnahmen direkt auf Leistungspreise und Netzentgeltstruktur.