Netzentgelte
Netzentgelte sind Gebühren für die Nutzung der Stromnetze und hängen bei Industriekunden stark von Netzebene, Leistungsspitzen und Nutzungsprofil ab. Sie können einen großen Teil des Strompreises ausmachen.
Netzentgelte sind Gebühren, die Netzbetreiber für Betrieb, Wartung und Ausbau der Stromnetze erheben. Für Industriekunden bestehen sie häufig aus zwei Preisbestandteilen:
- Arbeitspreis: pro Kilowattstunde (kWh) für die transportierte Strommenge.
- Leistungspreis: für die höchste abgenommene Leistung (Jahreshöchstleistung). Darum gilt: Kurze Leistungsspitzen können teuer sein, auch wenn der Jahresverbrauch gleich bleibt.
Wie hoch Netzentgelte ausfallen, hängt unter anderem von Region und Netzbetreiber, der Spannungsebene (Nieder-, Mittel-, Hochspannung), dem Messkonzept und dem Lastprofil (wann treten Spitzen auf?) ab. Bei großen Abnehmern können Netzentgelte einen spürbaren Anteil der Stromkosten ausmachen. Als grobe Orientierung: In einer Analyse für 24 GWh Jahresabnahme lagen Netzentgelte im Jahr 2024 im Mittel bei rund 19,4 % der Stromkosten (Durchschnittswert, je Standort stark unterschiedlich).
Für manche große Verbraucher gibt es in Deutschland Sonderregeln nach § 19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV), z. B. bei atypischer Netznutzung (Spitzen liegen planbar in lastschwachen Zeiten) oder bei sehr intensiver Netznutzung (u. a. mit hohen Benutzungsstunden und Mindestverbrauch). Diese Regelungen sind Teil laufender Reformdiskussionen; die Bandlast-Regelung gilt als reformbedürftig und läuft nach aktuellen Hinweisen spätestens Ende 2028 aus (Stand: öffentlich diskutierte Rechtslage, ).
Beispiel: Ein Werk senkt seine Jahreshöchstleistung durch Speicherbetrieb und Laststeuerung und reduziert dadurch den leistungspreisbezogenen Anteil der Netzentgelte.