Power-to-Heat (PtH)
Power-to-Heat (PtH) wandelt Strom in Wärme um, um Prozesswärme oder Wärmespeicher flexibel und kostenoptimiert zu betreiben.
Power-to-Heat (PtH) bezeichnet die Umwandlung von elektrischem Strom in Wärme. Das passiert meist über Elektrodenkessel, Heizstäbe oder andere elektrische Wärmeerzeuger. PtH wird eingesetzt, wenn Wärme gebraucht wird, zum Beispiel als Prozesswärme in der Industrie oder zur Einspeisung in Wärme- oder Dampfsysteme.
Der zentrale Vorteil von PtH ist die Flexibilität: Der Betrieb kann in Zeiten mit viel erneuerbarem Strom oder niedrigen Preisen hochgefahren werden. Wärme kann dann direkt genutzt oder in einem Wärmespeicher (z. B. Heißwasser, Dampf, Salzspeicher je nach Prozess) zwischengespeichert werden. So lassen sich Energiekosten stabilisieren und CO₂-Kosten senken, wenn PtH fossile Wärmeerzeugung (z. B. Gas) ersetzt.
Wichtig ist die Abgrenzung: PtH ist meist eine direkte Strom-zu-Wärme-Umwandlung. Eine Wärmepumpe wandelt Strom ebenfalls in Wärme um, nutzt aber Umweltwärme und erreicht oft höhere Wirkungsgrade. Ob PtH oder Wärmepumpe sinnvoller ist, hängt von Temperaturlevel, Prozessanforderungen und Infrastruktur ab.
PtH muss technisch sicher geregelt werden, damit Netzanbindung, Leistungsgrenzen und Prozessgrenzen eingehalten werden.
Beispiel: Ein Werk lädt nachts bei niedrigen Strompreisen einen Heißwasserspeicher per Elektrodenkessel und reduziert morgens Gasverbrauch und CO₂-Kosten.
Bezug zu verwandten Themen:
- Power-to-X (PtX): PtH ist eine zentrale PtX-Variante und oft der Einstieg.
- Lastmanagement: PtH kann als steuerbare Last genutzt und zeitlich verschoben werden.
- Flexibilität: PtH schafft Flexibilität, weil Wärmeproduktion zeitlich planbar ist.
- Merit Order (Strompreise): PtH profitiert typischerweise von günstigen Stunden im Markt.
- Batteriespeicher: Alternative oder Ergänzung, je nachdem ob Energie als Wärme oder als Strom gespeichert werden soll.